Am Sonntag dem 12. September, Tag des offenen Denkmals, ludt das Museum Eberswalde im Rahmen von Kulturland Brandenburg zur zweiten Veranstaltung der Eberswalder Köpfe ein. Die Kuratorin der aktuellen Sonderausstellung Anja Titze stellt den Rundfunkpionier Dr. Eugen Nesper und seine Bedeutung für Eberswalde vor. Nesper leitet ab 1907 die Abteilung für drahtlose Telegrafie bei der Firma C. Lorenz und ist verantwortlich für den Aufbau und Betrieb der Rundfunkversuchsstation am Finowkanal, wo Komponenten der Sendetechnik entwickelt und erprobt werden. Doch Nesper ist nicht nur Wegbereiter der Rundfunktechnik: In der ersten Hälfte der 20er Jahre tritt er in populären Veröffentlichungen, bei Vorträgen und als Organisator der Radioamateurszene immer wieder öffentlich für die Einführung eines deutschen Unterhaltungsrundfunks ein. Dieser wird im Herbst 1923 von der Reichspost eingeführt.
Das Museum Eberswalde hieß alle Interessierten am Sonntagnachmittag um 15:00 Uhr herzlich willkommen, sich gemeinsam mit der Kulturhistorikerin Anja Titze auf die Spuren der Rundfunkgeschichte zu begeben.

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Carl Blechen und seine Industriedarstellungen.

Die Veranstaltung richtet sich gleichermaßen an Kunsthistoriker und lokal interessierte Bürger.

Sonnabend 2. Oktober 2021, 10-16 (17) Uhr im Familiengarten (Foyer Stadthalle Eberswalde)

Hoffnung und Kritik verbinden sich mit der Industrialisierung, die Anfang des 19. Jahrhundert in ihrem späteren Umfang noch gar nicht abzusehen war. Viele Künstler blendeten das Thema aus, einige aber hatten ein besonderes Gespür dafür, so auch Carl Blechen. Er war im Sommer 1829 in Süditalien vom Mühltal in Amalfi fasziniert. Im Winter darauf im Finowtal, an Kupferhammer, Eisenspalterei und Messingwerk, zeichnete er sich richtiggehend „fest“.

Blechens Gemälde vom Walzwerk Neustadt-Eberswalde und vom Eisenhammer von Amalfi gehören zu den frühesten Industriedarstellungen, aber was bedeuten sie? War Blechen begeistert und angezogen von den Industrieanlagen? Vielfach ist auf das berühmte, 40 Jahre spätere Eisenwalzwerk-Gemälde von Adolph Menzel  verwiesen worden, dessen Betrachtung und Interpretation Teil des Schulstoffs ist. Über Blechen hatte Hugo von Tschudi 1906 markant formuliert: „wie Menzel, doch vor ihm“, was immer wiederholt worden ist. Aber stimmt das? Es hilft der Vergleich nicht nur von Menzel und Blechen, sondern auch in Einbeziehung anderer Zeitgenossen, um nach der unterschiedlichen Wahrnehmung zu fragen und dabei das Verhältnis zu Mensch, Landschaft und Industrie genauer zu diskutieren.

10.00 Uhr Begrüßung

Bürgermeister der Stadt Eberswalde, Grußwort Dr. Stefan Körner (Stiftung Fürst Pückler Park und Schloss Branitz)

10.30 Uhr Vorträge mit Diskussion

Vorbild England. Industrie in den Augen der Maler im ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhunderts (Dr. des. Kathleen Löwe, Niedersächsische Landesmuseen Oldenburg)

Das Finowtal in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zustand und Ausstrahlung (Dipl. ing. Carsten Seifert, Berlin)

Carl Blechen im Finowtal (Dr. Iris Berndt, Potsdam)

12.00 Uhr Rundgang über das Gelände mit Führung, Besuch des Walzwerks („Blechenhaus“)

13.00 Uhr Mittagspause

14.00 Uhr Vorträge mit Diskussion

Industrie als Bildmotiv bei Schinkel, Blechen und Menzel (Dr. Anna Pfäfflin, Kupferstichkabinett Berlin, Staatliche Museen zu Berlin)

Carl Blechens und Adolph Menzels Walzwerkdarstellungen im Vergleich und Wandel der Interpretationen (Dr. Gabi Ivan, Berlin)

Komplementäre Perspektiven. Menzels Heckmann-Adresse (Claude Keisch, Berlin)

Schlusswort und Ausklang

Moderation: Dr. Iris Berndt

Mit Büchertisch des Vereins für Heimatkunde Eberswalde

Änderungen vorbehalten

Bild: Carl Blechens Gemälde "Walzwerk bei Eberswalde" erlangte so große Bekanntheit, dass es auch kopiert wurde - hier 1930 von Karl Hilliges (Copyright: Kienzle / Oberhammer, Museum Eberswalde)

Rückblick Veranstaltung zu Madame Ebart

Am Freitag, den 27. August fand im Museum Eberswalde ein Diskussionsabend anlässlich der vor 200 Jahren in Spechthausen wirkenden Papierfabrikantin Madame Ebart statt. Sechs Referentinnen aus Politik und Wirtschaft holten die Figur Ebart, die in ihrer Doppelposition als Fabrikantin und sechsfacher Mutter zu Beginn des 19. Jh. eine außergewöhnliche Rolle einnahm, ins heutige 21. Jahrhundert. Gemeinsam mit dem Publikum diskutierten sie über aktuelle Geschlechterrollen, Chancen(un)gleichheit und Idealbilder einer gesellschaftlichen Mitgestaltung durch Frauen.

Das Museum dankt Nina Stobbe, Silvia Setzkorn, Steffi Schneemilch, Sarah Holzgreve, Sarah Polzer-Storek und Angelika Röder für die interessanten Einblicke in ihre Arbeits- und Lebenswelt.

Ebart Frauen

Referentinnen der Diskussionsrunde zu Madame Ebart am 27.8.2021 im Museum Eberswalde, Foto: Lisa Wedekind


Caroline Ebart lebte vor 200 Jahren in Spechthausen und Berlin. Als Mutter von sechs Kindern übernimmt sie nach dem Tod ihres Mannes die Leitung der Papierfabrik Spechthausen. Zehn Jahre lang, bis zur Vollmündigkeit der Söhne, verwaltet „Madame Ebart“ die Geschicke des Unternehmens, welches 1928 vom Verein für Gewerbefleiß mit der „Goldenen Gedenkmünze“ ausgezeichnet wird.
Das Museum Eberswalde richtet am Freitag, den 27.08.21 anlässlich dieser, für die damalige Zeit ungewöhnlichen Geschäftsfrau, eine Doppelveranstaltung aus.

Für Kinder:
„Madame Ebart“ und das Papier!

Gemeinsam begeben wir uns auf eine Zeitreise auf den Spuren der Papierfabrikantin „Madame Ebart“ und erfahren Spannendes über die Papierherstellung im 19. und 20. Jahrhundert. Im Anschluss gestalten wir am großen Basteltisch in der Museumswerkstatt kleine Kunstwerke aus Papier: wir falten Geldbeutel aus Papier und drucken unsere geheime Museumswährung. Und vielleicht erzählen wir auch die Geschichte von der größten Geldfälscheraktion der Geschichte und ihrem Bezug zu Spechthausen…

Zeit: Freitag, 27. August 2021, 15 Uhr (bis ca. 16:30)
Ort: Museum Eberswalde
Alter: ab 5 Jahren
Eintritt Frei

Die Teilnahmekapazität ist begrenzt,
daher bitte vorher anmelden
Tel. 03334/64-412 oder
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Für Erwachsene:
„Madame Ebart“ 2021?
„(…) leitete die „Madame Ebart“ den Fabrikbetrieb mit einer Umsicht und Energie wie sie bei einer Frau vielleicht nur selten anzutreffen sind.“ (aus: Festschrift der Papierfabrik Spechthausen, 1887)
Welche Rolle(n) von Frauen existieren in unserer pluralistischen Gesellschaft? Die Aktualität von Geschlechterzuschreibungen in der heutigen Arbeits- und Lebenswelt diskutieren u.a. Sarah Polzer-Storek, Eigentümerin Rofin-Park, Dr. Sylvia Setzkorn, Beauftragte für Gleichstellung, Migration und Integration des Landkreises Barnim und Steffi Schneemilch, stellv. Fraktionsvorsitzende der SPD im Kreistag Barnim.
Moderiert wird die Diskussionsrunde von der freiberuflichen Wildnispädagogin und Moderatorin Sarah Holzgreve.

Zeit: Freitag, 27. August 2021, 19 Uhr
Ort: Museum Eberswalde (bei gutem Wetter draußen)
Eintritt Frei

Download Veranstaltungs-Flyer >>

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Das Museum Eberswalde lädt am Sonntag, den 13. Juni um 15 Uhr zur ersten öffentlichen Führung durch die Sonderausstellung "Kommunikation mit Strom - Telefon und Rundfunk ein".

SONDERAUSSTELLUNG
Kommunikationsgeschichte in Eberswalde

Das Museum Eberswalde begrüßt seine Besucher mit der neuen Sonderausstellung "Kommunikation mit Strom - Telefon und Rundfunk". Besuchen Sie das Museum unter Voranmeldung (03334-64520) mit maximal fünf Personen je Zeitfenster (10:00 / 11:00 / 12:00 / 14:00 / 15:00 / 16:00 Uhr).



Begleitend zur Sonderausstellung stellen wir Ihnen Orte in Eberswalde vor, die mit den Ausstellungsthemen verknüpft sind und die Sie zeitlich unabhängig und auf eigene Faust besuchen können. Mit einer Karte, die online und in der Touristinformation verfügbar ist, können Sie sich auf Spurensuche zu Eberswaldes Kommunikationsgeschichte begeben. Wo standen die ersten Telefonzellen in Eberswalde? Wer (er-)kennt das städtische Elektrizitätswerk? Was hat sich heute am ehemaligen Standort der Lorenz-Funkstation am Finowkanal entwickelt?
Die Orte sind teils fußläufig, teils per Rad erreichbar und eignen sich zum Entdecken für Jung und Alt.

Kommen Sie mit auf die ENTDECKERTOUR >>

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