Adler Apotheke 14 15 2014Herzstück des Museums ist die Sammlung. Sie umfasst heute über 25.000 Objekte zur Stadtgeschichte, zur Industrie- und Technikgeschichte des Finowtals, zur Apotheken- und Medizingeschichte und zur Forstwissenschaft.

Der größte Teil der Sammlung lagert im Depot. Dort werden derzeit alle Sammlungsstücke erfasst. In den nächsten zwei Jahren zieht die Sammlung in ein neues Depot um. Dies ermöglicht eine sachgerechte Lagerung unseres wertvollen kulturellen Erbes.

Am 01.07.2017 beschloss die Stadtverordnetenversammlung das Sammlungskonzept des Museums. Es regelt den Erhalt, den Erwerb und die Abgabe von Sammlungsgut und benennt die Sammlungsschwerpunkte. Hierzu gehören: Stadtgeschichte von Eberswalde, Industriegeschichte, Geschichte der Lehre und Forschung, Geschichte des Gesundheitsstandortes und der Adler-Apotheke. Es bildet seitdem die Grundlage für eine gezielte Sammlungstätigkeit.


Glas in der Sammlung des Eberswalder Museums

Eberswalde 2020 0147Mit rund 600 Inventarnummern bildet die Glassammlung nur einen Bruchteil des Gesamtbestandes des Museums. Sie deckt aber mit einem abwechslungsreichen Aufbau das weite Gebiet deutscher Erzeugnisse von der Neuzeit bis in die Gegenwart ab, zudem einige Beispiele mit böhmischer Provenienz. Mundgeblasene Flaschen und Arzneigläser aus Waldglas machen die historische Ausstattung der Adler-Apotheke in der Dauerausstellung erlebbar. Ein Raum widmet sich der Rolle des Apothekers als Alchemist, der sich mit der Entwicklung neuer Arzneimittel beschäftigte. Historische Präzisionswaagen, Mörser, Destillierkolben und Regale voller gläserner Behälter spiegeln die Vielseitigkeit seiner pharmazeutischen Aufgaben. Den umfassenden stilistischen Wandel und technologischen Fortschritt vom 17. zum 20. Jahrhundert belegen archäologische Funde, veredelte Hohlgläser sowie einfaches Gebrauchs- und Verpackungsglas.

Einen Schwerpunkt bildet der umfangreiche Bestand brandenburgischer Glasmarken. Gut sichtbar an der Flaschenschulter bezeichneten diese Siegel seit den 1730er Jahren ihren Hersteller und das Jahr ihrer Produktion. Sie garantierten die korrekte Füllmenge der Glaswaren, deren Steuerfreiheit und die Erlaubnis, mit ihnen zu handeln. Die Mehrzahl wurde an den beiden ehemaligen Standorten der Choriner Glashütte gefunden und stammt auch dorther. Etliche Marken sind hingegen mit den Namen anderer regionaler Waldglashütten gestempelt. Diese verweisen auf das Einschmelzen von angekauftem Glasbruch zwecks Reduzierung der Schmelztemperatur. Das Konvolut mit rund 500 Marken gelangte aus drei Eberswalder Privatsammlungen ins Museum. Ebenfalls aus der Region ist eine blaue Vase aus dem 19. Jahrhundert, die von der Glashütte Pian/Himmelpfort bei Fürstenberg hergestellt wurde. Aus älterer Zeit hervorzuheben sind zwei qualitätsvolle Nürnberger Wappenpokale, ein großer böhmischer Schnittbecher und ein Wappenpokal mit eingeschmolzenen Rubinglasfäden im Schaft.

VERENA WASMUTH
Kunsthistorikerin
Öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für europäisches Glas des 15. bis 21 Jahrhunderts


Neuzugang 2020

NeuzugangIm August 2020 erreicht das Museum Eberswalde eine Anfrage eines New Yorker Antiquariats. Die Einrichtung besitze eine signierte Bleistiftzeichnung des Klosters Chorin aus dem Jahre 1835 und biete dem Museum an, die kleine Grafik käuflich zu erwerben, heißt es in der E-Mail.

Der Bestand des Museums Eberswalde verzeichnet aktuell etwa 15 Ansichten des Klosters Chorin, darunter zahlreiche Grafiken, Aquarelle, Gemälde sowie eine Holzbildtafel. Die älteste Radierung zeigt die Klostergebäude als Druckgrafik nach einer Zeichnung, die auf den Zeitraum von vor 1827 datiert ist. Der jüngste Druck mit einer Detailansicht eines Klostertorbogens ist auf das Jahr 1980 datiert.

Der jeweilige Zustand der Gebäudetrakte und die Veränderung der umliegenden Landschaft können in den verschiedenen Darstellungen, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven dem mittelalterlichen Kloster nähern, wunderbar abgelesen werden.

Nun erweitert sich der Museumsbestand um eine weitere Ansicht des vielfach in der Kunst dargestellten Baudenkmals. Das Museum Eberswalde freut sich über den Neuzugang, zeigt die Bleistiftzeichnung aus der Biedermeier-Zeit das Kloster aus der eher wenig beachteten südöstlichen Himmelsrichtung. Die Bildunterschrift „Die wüste Klosterruine von Chorin, bei Neustadt Eberswalde.“ unterstreicht den maroden baulichen Zustand, den das Kloster noch 1835 bot. Von etwa 1550 an wurden die Klosteranlagen in Folge der Säkularisierung immer weniger bewohnt, gepflegt und schließlich nur noch als Viehstall genutzt. Erst mit dem Beginn des 19. Jahrhunderts finden unter der Leitung von Karl Friedrich Schinkel bauerhaltende Maßnahmen und die allmähliche Rekonstruktion des kulturhistorisch wertvollen Baudenkmals an (Lisa Wedekind, Mitarbeiterin Museum).

Bild: Museum Eberswalde

bg