EugenNesper Neu BeschnittenEugen Nesper begleitet die Entwicklung der Funktechnik seit ihren Anfängen, er gehört zu ihren Pionieren. Anfang der 20er Jahre fordert eine drahtlose Telefonie für alle – mit anderen Worten: den öffentlichen Rundfunk. Bis 1925 widmet er dem Thema zahlreiche populärwissenschaftliche Veröffentlichungen.

Schon als Jugendlicher assistiert Nesper bei Versuchen zur drahtlosen Telegrafie. Bei dieser damals neuartigen Technik geht es um die Übertragung von Signalen mithilfe von elektromagnetischen Wellen. Nesper studiert Elektrotechnik und Maschinenbau in Berlin, promoviert 1904. Dann arbeitet er bei Telefunken, dem zu der Zeit einzigen deutschen Hersteller von Sende- und Empfangsanlagen für die drahtlose Telegrafie.

1906 wechselt Nesper zur C. Lorenz AG, nachdem die Firma das deutsche Patent für Lichtbogensender erworben hat. Mit diesem Gerät ist zum ersten Mal drahtlose Telefonie, also die Übertragung von gesprochener Sprache möglich. Von 1907 bis 1917 leitet Nesper die Abteilung für drahtlose Telegraphie.

In dieser Funktion ist er mitverantwortlich für die Standortsuche, den Aufbau und Betrieb einer großen Versuchssendeanlage. Die Wahl fällt auf Eberswalde, wo von 1909 bis 1932 Sendetechnik getestet wird. 1917 geht Nesper nach Wien, um das dortige Lorenz-Werk aufzubauen, 1921 kehrt er zurück nach Berlin.

1923 gründet er den „Deutschen Radioclub“, die erste Vereinigung der Radio-Amateure. Schließlich reagiert die deutsche Reichspost auf den Druck von Funkamateuren, Industrie und Bevölkerung und führt Ende Oktober 1923 den deutschen Unterhaltungsrundfunk ein.

Seiner 1950 erschienenen Autobiografie gibt Nesper den Titel „Ein Leben für den Funk – Wie der Rundfunk entstand“. Der Rundfunk entwickelt sich zu einem der bedeutendsten Massenmedien des 20. Jahrhunderts.

Bild: Eugen Nesper (1879-1961) leitet bis 1917 die Abteilung für drahtlose Telegraphie der Firma C. Lorenz.
Quelle: Festschrift der C. Lorenz Aktiengesellschaft Berlin-Tempelhof, 1930.

bg