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1856 erfindet der Berliner Baumeister Friedrich Eduard Hoffmann, in Eberswalde durch die Dachpappen- und Asphaltwerke Büsscher & Hoffmann bekannt, den Ziegel-Ringofen (Hoffmannscher Ringofen). Dass von nun an große Steinmengen in gleichbleibender Qualität produziert werden können, revolutioniert die Ziegelindustrie und ermöglicht den enormen Bauboom der Gründerjahre.

In der Regierungszeit der deutschen Kaiser von 1871 bis 1918 erlebt Eberswalde eine Ausdehnung um das Dreifache. Die Einwohnerzahl steigt sprunghaft von 11.500 auf rund 25.000 Einwohner an. Ein bedeutender Wirtschaftszweig entwickelt sich mit dem Bau von Ziegeleien. Neben zahlreichen öffentlichen und privaten Bauten entstehen in der sogenannten „Gründerzeit“ auch neue Industrieanlagen. Ein wichtiges Baumaterial in dieser Zeit – den Ziegelstein - produzieren die mehr als 20 Ziegeleien um Eberswalde.

Einer der größten und letzten Ziegeleistandorte in Eberswalde ist die ehemalige Ziegelei Schüssler in Heegermühle, heute Ortsteil Finow. Der Berliner Ingenieur Wilhelm Schüssler wird 1890 Eigentümer der Ziegelei. Die Ziegelei Schüssler stempelt die Ziegel mit dem Namen des Eigentümers: „W. SCHÜSSLER HEEGERMÜHLE“. Zum Errichtung des Hindenburgturmes, heute Wasserturm Finow, werden vor allem Steine der nahegelegenen Ziegelei Schüssler verbaut. Nach der denkmalgerechten Sanierung des Wasserturmes (2005-2007) gelangte dieser historische Ziegel in das Museum Eberswalde und ist dort in der Ausstellung zu sehen.

Birgit Klitzke, Museumsleiterin

Ziegelstein mit Marke erinnert an Blütezeit der Ziegelindustrie
Hindenburgturm, heute Wasserturm Finow,
während der Bauarbeiten, 1917
Links im Bild Ziegelei Maecker
Ansichtskarte: Museum eberswalde
Hindenburgturm, heute Wasserturm Finow,
während der Bauarbeiten, 1917
Ansichtskarte: Museum Eberswalde

Ziegelstein_mit_Marke
Der Finower Wasserturm gebaut mit Ziegelsteinen
aus der Region um Eberswalde. 1918
Ansichtskarte: Museum Eberswalde
Ziegelstein mit Marke „W. SCHÜSSLER HEEGERMÜHLE“, ab 1890
Foto: Birgit Klitzke, Sammlung Museum Eberswalde