logo

In der Dauerausstellung des Museums Eberswalde können Besucher/innen einen historischen Musikautomaten bestaunen und auf Wunsch auch hören.
Als erster stellt der Leipziger Paul Lochmann 1886 unter dem Namen SYMPHONION eine Art Spieluhr her, bei dem eine Metallplatte mit eingestanzten Häkchen den Tonkamm und ein Glockenwerk zum Klingen bringt. Die Metall- oder Lochplatte ist leicht zu wechseln, bereichert dadurch das Melodienrepertoire und löst die bisher übliche Stiftwalze ab. Paul Lochmann begründet einen besonders in Leipzig bedeutenden Industriezweig – die Lochplatten Musikwerke.
Das Museum Eberswalde erwarb den Musikautomat mit 14 Platten in den 1960er Jahren. Darunter sind Platten mit bekannten Melodien, wie zum Beispiel „Die Sänger von Finsterwalde“ oder „Die Kirschen in Nachbars Garten“ zu finden. Der Musikautomat hat einen Münzeinwurf für einen Groschen. Er wurde früher in einem Restaurant aufgestellt und ermöglichte dem Besitzer mit dem Abspielen der Platten etwas Geld zu verdienen.
Die bekannte Redewendung „Der Groschen ist gefallen“ geht wohl auf diese Musikautomaten zurück. Erst wenn der Groschen gefallen ist, wird die mittels Drehkurbel gespannte Feder gelöst und setzt die Metallscheibe in Bewegung. Es dauert einen Moment, bis die Musik erklingt – es dauert auch einen Moment, wenn wir Menschen eine Sache nicht ganz genau verstanden haben.

Birgit Klitzke, Museumsleiterin

SYMPHONION – Ein selbstspielender Musikautomat aus Leipzig
Musikautomat „SYMPHONION“, um 1900
Sammlung Museum Eberswalde
Foto: Kienzle/Oberhammer
Blick in das Innere des Musikautomaten
Sammlung Museum Eberswalde
Foto: Kienzle/Oberhammer