Ein Glanzstück in der Ausstellung des Museums ist der prunkvolle Tafelaufsatz des Direktors der Forstakademie Bernhard Danckelmann. Anlässlich seines 25-jährigen Jubiläums als Direktor der Forstakademie 1891 erhält Danckelmann diesen Tafelaufsatz in Dankbarkeit und Verehrung von seinen Schülern und Kollegen.
Der 80 cm hohe Tafelaufsatz aus Silber wird nach einem Entwurf des Kölner Baumeister Franz Statz von dem Berliner Bildhauer Arnold Künne ausgeführt. Die kunstvoll gestaltete Arbeit zeigt in zentraler Position einen Jäger (den heiligen Hubertus - Schutzpatron der Jäger) mit seinem Jagdhund und einem Hirsch.
Unterhalb der Aufsatzschale aus Glas zieren an einem stilisierten Baumstamm die Wappen der Familie Danckelmann (Kranich), Westfalens (Roß), Preußens (Adler) und der Stadt Eberswalde (Eiche mit Ebern) den Aufsatz. Ob dieser Tafelaufsatz einst eine festlich gedeckte Tafel in Danckelmanns Wohnzimmer in der Alten Forstakademie zierte, ist nicht überliefert. Ebenso ist nicht bekannt, wie dieses Objekt in die Sammlung des Eberswalder Museums kam.
Von 1866 bis 1901 setzt Bernhard Danckelmann, gebürtig in Westfalen, als Direktor der Höheren Forstlehranstalt die von Wilhelm Pfeil begründete enge Verbindung von forstlicher Lehre und Praxis mit Exkursionen und Nutzung der Lehrreviere fort. Unter Danckelmanns Leitung wird der Lehrkörper erweitert und in der Schicklerstraße das „Rote Gebäude“ gebaut. 1871 gründet er die Hauptstation für das forstliche Versuchswesen in Preußen, eine eigenständige, mit der Forstakademie verbundene Forschungseinrichtung, deren Direktor er wird. Danckelmann trägt entscheidend zum Aufstieg der deutschen Forstwirtschaft zur Weltspitze am Ende des 19. Jahrhunderts bei. In Eberswalde erinnert u.a. das am 10. August 1905 enthüllte Danckelmann-Denkmal am Skagerrakplatz (heute Park am Weidendamm) an diesen herausragenden Forstmann und Ehrenbürger der Stadt Eberswalde.
Birgit Klitzke, Museumsleiterin
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| Gemälde Bernhard Danckelmann, Foto: Kienzle/Oberhammer | Tafelaufsatz, 1891, Foto: Bernd Choritz |
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| Postkarte: Danckelmann-Denkmal, Alte und Neue Forstakademie, Sammlung Museum Eberswalde | |
Zeugnis revolutionärer Kämpfe in der Region – das Gemälde Walter Pahls
Über mehr als 25.000 Objekte verfügt das Museum Eberswalde, von denen rund 1.300 in der Dauerausstellung zu sehen sind. Eines dieser zu sehenden Exponate ist das Gemälde „Schloss Lichterfelde“ von Walter Pahl. Es zeigt den Angriff der vereinigten Arbeitergruppen aus Eberswalde, Heegermühle und Finowfurt auf das von der Reichswehr besetzte Gutsschloss in Lichterfelde in den Morgenstunden des 16. März 1920.
Es ist damit ein Zeugnis des rund 100 Stunden dauernden Lüttwitz-Kapp-Putsches in der Arbeiterstadt Eberswalde und erzählt mit seinen zahlreichen Details die Geschichte dieses Putschversuchs gegen die nach der Novemberrevolution geschaffene Weimarer Republik. Der Putschversuch unter Führung von General Walther von Lüttwitz und Wolfgang Kapp brachte das republikanische Deutsche Reich an den Rand eines Bürgerkrieges und zwang die sozialdemokratischen Mitglieder der Reichsregierung zur Flucht aus Berlin. Die meisten Putschisten waren aktive Reichswehrangehörige oder ehemalige Angehörige der alten Armee und Marine, sowie Mitglieder der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP).
Im Gutsschloss Lichterfelde war am 14. März 1920 eine Reichswehreinheit einquartiert worden, um gemeinsam mit Putschisten aus Schwedt, Küstrin und Stettin „das rote Finowtal“ militärisch zu sichern. Dem kamen die rund 2.000 Mann zählende Arbeiterwehr mit ihrem vom Arbeitzentralrat beschlossenem Angriff von drei Seiten zuvor. Die Arbeiter schafften es jedoch nicht, das Gut einzunehmen. Dennoch zogen die mit dem Putsch sympathisierenden Einheiten am 17. März aus dem Gutsschloss ab.
Über den Maler ist leider außer dem Namen nichts gesichert bekannt. In den Akten des Kreisarchivs Barnim findet sich ein Walter Hermann Georg Pahl, der in Berlin-Friedrichsfelde 1890 zur Welt gekommen ist, offiziell ab Februar 1946 in Finow lebte und auch in Eberswalde 1973 verstarb. Dieser Walter Pahl war Technischer Zeichner und es ist zumindest zu vermuten, dass das Gemälde von ihm stammt. Leider ist auch das Entstehungsjahr des Gemäldes nicht mit Sicherheit festzustellen, es ist aber zu vermuten, dass es in den 1920er Jahren entstanden ist.
Die bildliche Darstellung zeigt rund sechzig bewaffnete Männer, die sich vor dem Schloss in Lichterfelde nahe Eberswalde zum Kampf versammelt haben. Sie sind anhand ihrer Kleidung als Arbeiter zu erkennen. Im Hintergrund ist das Gutsschloss zu sehen, welches jedoch nur von drei Mann verteidigt wird – plus einem Soldaten, der von den Arbeitern überwältig wird und einem Flüchtenden. Die Zahlenverhältnisse sind sicherlich aus Sicht eines mit den Arbeitern sympathisierenden ideologisiert, wofür auch die Perspektive spricht.
Bemerkenswert ist die Tatsache, dass auch auf dem Bild die Arbeiter vor allem aus der Deckung jenseits der Mauer um das Gut heraus feuern – auch in der Realität konnten die Angreifenden diese nur vereinzelt überwinden. Das Gemälde ist jedoch eine sehr interessante Quelle zum Putsch. Gerade die idealisierte Darstellung der Arbeiter ist beachtlich.
Johan Bodnar, Museumsmitarbeiter
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| Gemälde von Walter Pahl, Foto: Museum Eberswalde |
Für beide bei den Kämpfen um das Gutsschloss gefallenen Arbeiter wird 1969 eine Gedenkplakette eingeweiht, Foto: Museum Eberswalde |






