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Im Sammlungsbestand des Museum Eberswalde befindet sich ein Paar Holländer Schlittschuhe aus den 1930er Jahren. Sie stehen exemplarisch für eine jahrzehntelange Eislauftradition in Eberswalde.

Die Schlittschuhe aus Holz mit Eisenkufen wurden mithilfe von Lederriemen an den Schuhen befestigt. Solche Schlittschuhe waren häufig über Jahrzehnte in Gebrauch und wurden innerhalb der Familien weitergegeben. Aus Privatbesitz gelangten sie 1973 in die Museumssammlung.

In den Wintermonaten der 1930er bis Anfang der 1950er Jahre verwandelte sich eine regelmäßig überflutete Wiesenfläche an der Schwärze in eine natürliche Eisbahn. Der Eingang befand sich in der Mertensstraße. Hier lernten viele Eberswalderinnen und Eberswalder das Schlittschuhlaufen oder trafen sich zum Eishockey spielen. Der Zeitzeuge Siegfried Ploschenz erinnert sich, dass das Areal nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Schutt zerstörter Wohnhäuser aufgefüllt und später mit Garagen bebaut wurde.

An diese lange Tradition knüpfte die Stadt im Jahr 2006 an: Im Stadtpark am Weidendamm entstand für einige Wochen eine künstliche Eisbahn, die das Schlittschuhlaufen erneut in das städtische Leben zurückbrachte.

Auf den ersten Blick wirken die nach holländischem Vorbild gefertigten Schlittschuhe wie einfache Alltagsgegenstände. Bei näherem Hinsehen erweisen sie sich jedoch als wertvolle kulturhistorische Zeugnisse. Neben Fotografien und Erinnerungen machen sie die Geschichte des Eislaufens in Eberswalde anschaulich und zeigen, wie viel Vergangenheit in scheinbar unscheinbaren Objekten steckt.

Birgit Klitzke, Museumsleiterin

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Holländer Schlittschuhe, 1930er Jahre, Sammlung Museum Eberswalde, Foto: Birgit Klitzke 
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Eberswalder/innen beim Schlittschuhlaufen, Sammlung Museum Eberswalde, Fotograf Hans Borgelt