logo

Das Museum Eberswalde zeigt über 1.000 Objekte zur Stadt-, Regional- und Hausgeschichte in der Dauerausstellung. Darunter befinden sich auch ausgewählte Zeitdokumente, die von den Ereignissen des Ersten Weltkrieges berichten - wie zum Beispiel von dem Schicksal des Soldaten Adolf Bröcker aus Eberswalde.

Adolf Wrzesinski, 1918 Änderung des Familiennamens auf Bröcker, wird am 9. Juni 1884 zu Heideberg im Kreis Schildberg, in der Provinz Posen, geboren. Der gelernte Buchdrucker Wrzesinski heiratet 1906 die Haushälterin Bertha Bröcker. In Eberswalde findet Wrzesinski Arbeit als Redakteur und Korrektor bei der Eberswalder Zeitung, wo seit 1903 Rudolf Schmidt als leitender Redakteur tätig ist. Familie Bröcker wohnt im Villenviertel südlich der Eberswalder Altstadt in der Moltkestraße 8, heute Schillerstraße. Schon bald gehören die beiden in Eberswalde geborenen Töchter Berta, 1909, und Erna, 1911, zur Familie.

Am 1. August 1914 wird für Berlin und die Provinz Brandenburg der Kriegszustand ausgerufen und die Mobilmachung befohlen. Zu dieser Zeit ist Wrzesinski bereits 30 Jahre alt. Er zieht vermutlich als Reservist in den Krieg und wird Kriegsberichterstatter. Die im Museum und im Kreisarchiv Barnim bewahrten Zeitdokumente belegen Wrzesinskis Kriegseinsatz in den Jahren 1915 bis 1918 an der Westfront in Belgien und in Frankreich. Das Kriegsgeschehen schildert er aus der Perspektive des einfachen Soldaten in Feldpostbriefen. Einige seiner Briefe werden in den "Eberswalder Kriegsblättern" veröffentlicht. Am 11.04.1918 sendet Bröcker von der Westfront einen letzten kurzen Kartengruß an seine Frau.  Noch am gleichen Tag stirbt Bröcker bei der deutschen Offensive im französischen Estaires durch einen Granatsplitter in die Brust den „Heldentod für Kaiser und Reich“.

Erinnerungsstücke des Soldaten Adolf Bröcker aus dem Ersten Weltkrieg
Beeindruckende Zeugnisse des Kriegsgeschehens, wie das durch einen Granatsplitter durchlöcherte Notizbuch des Soldaten Adolf Bröcker
und ein Gruppenfoto deutscher Soldaten mit Bröcker, sind in der Ausstellung des Eberswalder Museums zu sehen.
Foto: Kienzle/Oberhammer

Weitere Informationen zu Adolf Bröcker finden Interessierte im Eberswalder Jahrbuch 2014 unter dem Titel: „Mit Gott für Kaiser und Vaterland“ – Erinnerungsstücke des Soldaten Adolf Bröcker aus dem Ersten Weltkrieg. – S. 100-106.

Birgit Klitzke, Museumsleiterin