Das Museum Eberswalde ist seit 25 Jahren in der ehemaligen Adlerapotheke beheimatet. Zu den wichtigsten Exponaten gehört die vollständige Nachbildung des berühmten Eberswalder Goldschatzes, dem bedeutendsten mitteleuropäischen Goldfund aus der späten Bronzezeit (900 bis 800 v. Chr.).
Am 16. Mai 1913 wird der 2,6 kg schwere und 81 Teile umfassender Goldschatz bei Bauarbeiten für ein neues Wohnhaus in der Messingwerksiedlung entdeckt. Die nahe Stadt Eberswalde ist Namensgeber für den Fund, der fortan „Eberswalder Goldschatz“ heißt.
Bereits kurz nach der Entdeckung des Goldhortes fertigt die Würtembergische Metallwarenfabrik (WMF) in Geislingen eine Serie vergoldeter Galvanonachbildungen der Schalen an. Der Besitzer des Messingwerkes Aron Hirsch, der Geschichtsverein des Kreises Oberbarnim in Freienwalde aber auch Museen und Studiensammlungen erwerben Repliken aus der WMF-Produktion.
Das Museum Eberswalde besitzt einen Schalensatz, der 1962 aus dem Oderlandmuseum in Bad Freienwalde nach Eberswalde gelangt. Die acht Schalen sind mit einem frühen Firmenstempel der WMF versehen. 1997 fertigt der Metallgestalter Wilfried Schwuchow aus Angermünde Kopien der bislang fehlenden Kleinteile des Hortfundes nach originalen Fotos und den im Berliner Museum für Vor- und Frühgeschichte vorhandenen Nachbildungen an. Im gleichen Jahr entsteht in der Restaurierungswerkstatt des Berliner Museums eine Kopie des dort verbliebenen Tongefäßes für die Ausstellung in Eberswalde. Die Goldschatznachbildung ist im Museum Eberswalde ein Ausstellungshighlight.
Weitere Informationen zum Eberswalde Goldschatz finden Sie in der Museumspublikation „Der Goldschatz von Eberswalde im Fokus der Wissenschaft“, die in der Tourist-Information, Steinstraße 3 in 16225 Eberswalde zum Preis von 10 € erhältlich ist.
Birgit Klitzke, Museumsleiterin
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| Gesamtnachbildung des Goldschatzes von Eberswalde. Das Original befindet sich seit Kriegsende im Depot des Moskauer Puschkin-Museums. Foto: Kienzle/Oberhammer |
Kopie einer der Eberswalder Schalen mit dem geprägten Stempel von WMF. Foto: Kienzle/Oberhammer |



