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Historienbild des Heimatmalers Karl Hilliges, 1934

Das Museum Eberswalde besitzt über hundert historische Ansichten der Stadt Eberswalde wie Gemälde, Aquarelle und Grafiken. Darunter befindet sich das Gemälde „Der Marktplatz von Eberswalde im 18. Jahrhundert“. Der Heimatmaler Karl Hilliges (1875 – 1952) schuf diese Stadtansicht 1934. Bei einem Museumsbesuch kann das beeindruckende Historienbild aus der Nähe betrachtet werden.

Das Gemälde zeigt den Marktplatz von Eberswalde vor über 200 Jahren. Zu dieser Zeit ist der Marktplatz vorrangig mit zweigeschossigen Fachwerkhäusern umbaut. Dort wohnen vor allem wohlhabende und angesehene Bürger der Stadt. Zu sehen sind zudem drei von ehemals vier hölzernen Brunnen. Die artesischen Brunnen werden ab 1729 von den Röhrenmacher Christoph Nagel und dem Bildschnitzer Hattenkerell angelegt und speisen ihr Wasser über Holzwasserleitungen aus den naheliegenden Brunnenbergen.

Im Mittelpunkt des Bildes steht das 1701 eingeweihte Rathaus. Es wird als Fachwerkgebäude mit einem Turm 1701 errichtet und erhebt sich an der Nordostecke des Marktes mit der Giebelseite zur Breiten Straße. Dort führt die wichtige Handelsstraße Berlin-Stettin vorbei. In dem Rathaus sind neben den Ratsräumen, das Wollmagazin, eine Waage für die Tuchmacher und der „Bürgergehorsam“ zu finden. 1825 wird das baufällige Gebäude abgerissen und stattdessen das 1775 erbaute stattliche Wohnhaus des Tuchfabrikanten Daniel Heller an der Breiten Straße als Rathaus eingeweiht. Seitdem ist das ehemalige Wohnhaus Rathaus der Stadt Eberswalde.

Birgit Klitzke, Museumsleiterin

Der Marktplatz von Eberswalde im 18. Jahrhundert
Der Marktplatz von Eberswalde im 18. Jahrhundert
Ölgemälde von Karl Hilliges, 1934
Foto: Kienzle & Oberhammer, Sammlung Museum Eberswalde