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In exponierte Lage im Stadtzentrum von Eberswalde an der Schicklerstraße 1 befindet sich, das 1899 für Kaufmann Oskar Mundt errichtete Wohn- und Geschäftshaus Mundtshof.  Wegen des schwierigen Baugrundes, an der die Schwärze vorbeifließt, steht das unterkellerte Gebäude auf 759 Holzpfählen. Das Baumaterial, die Ziegelsteine, liefern die Ziegeleien um Eberswalde. Die Maurerarbeiten übernimmt das Baugeschäft Paul Arendt aus Eberswalde. Neben Wohnungen in den Obergeschossen entstehen im Erdgeschoss Verkauf- und Geschäftsräume, darunter ein Restaurant (heute: Gaststätte Mundtshof). Die Kriegsereignisse im April 1945 übersteht das imposante Eckgebäude „mit kleinen Schäden“, wie der Schadensplan der Stadt Eberswalde von 1945 dokumentiert. Dennoch bleibt von der einst prachtvollen Gestaltung aus der Kaiserzeit nur einige Fassadendetails erhalten, beispielsweise die unter dem Turm vorhandene Schrift „Mundtshof“ und die Jahreszahl „1899“. Aus der im Kreisarchiv Barnim bewahrten Akte der Polizei-Verwaltung Eberswalde betreffend: Kaufmann Oskar Mundt, Ecke Schickler- und Bismarckstraße (ab 1946 Goethestraße) geht hervor, dass Kurt Hörmann, Abteilungsleiter Aufbau beim Rat des Kreises, 1954 die Genehmigung zur Erneuerung des Außenputzes und zur Wiederherstellung der Schaufenster an den damaligen Besitzer (Deutsche Versicherungsanstalt) erteilt. Aber auch, dass ein wichtiges Baudetail - die Turmkuppel an der Ecke Schickler- und Goethestraße – einen teilweise starken „Moderfäuleschaden“ an der Holzkonstruktion aufweist. Kurze Zeit später wird die Turmkuppel zurückgebaut. Um 2000 sanierte die Wohnungsgenossenschaft (WHG) Eberswalde das Eckgebäude umfassend. Dabei wurde auch die Turmkuppel wiederhergestellt. In der aktuellen Sonderschau ist die noch nie ausgestellte Fotografie jetzt zu sehen.

Birgit Klitzke, Museumsleiterin

Blick auf die Baustelle Mundtshof an der Schicklerstraße 1, 1899
Fotografisch in Szene gesetzt: 61 Bauarbeiter, drei Frauen, sieben Kinder
und fünf Geschäftsleute, darunter sind wohl auch Kaufmann Oskar Mundt
und Baumeister Paul Arendt zu finden.
Fotografie: Kienzle & Oberhammer, Sammlung Museum Eberswalde
Mundtshof, Schicklerstraße 1,  2021
Foto: Wolfgang Stohr,
Museum Eberswalde