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DDR-Kunst im Museum Eberswalde bewahrt und ausgestellt

Nach der Wende verschwand manches DDR-Kunstwerk aus dem Stadtbild von Eberswalde. Dazu gehört unter anderem eine Büste von Wilhelm Pieck, die viele Jahre auf einer Freifläche im Altstadtbereich stand.

1969 wird auf Beschluss der Stadtverordneten die Eisenbahnstraße in Wilhelm-Pieck-Straße umbenannt. Auf der Grünfläche zwischen der Eisenbahn- und Michaelisstraße wird später zu Ehren von Wilhelm Pieck (1876-1960), erster und einziger Präsident der DDR, eine Bronzebüste aufgestellt. Die Bronzebüste entsteht in der Werkstatt der Bildhauerin Ruthild Hahne in Berlin und ist mit dem Namen der Künstlerin „Ruthild Hahne“ signiert. In der DDR ist Hahne für ihre Porträtplastiken von Politikern bekannt. Nach der Rückbenennung der Wilhelm-Pieck-Straße in Eisenbahnstraße, am 2. Januar 1992, gelangt die Büste in die Sammlung des Eberswalder Museums. Dort hat das Kunstwerk mit weiteren Objekten zur DDR-Geschichte einen festen Platz in der ständigen Ausstellung gefunden.

Nach Wilhelm Pieck wird in Eberswalde auch die polytechnische Oberschule an der Friedrich-Engels-Straße umbenannt. Anlass ist der 100. Geburtstages von Wilhelm Pieck am 3. Januar 1976. Der kupferne Namenszug „Wilhelm-Pieck-Oberschule“ am Hausgiebel und eine Büste von Wilhelm Pieck vor dem Schulgebäude gehen 1991 verloren, als der bisherige Name „Wilhelm Pieck“ abgelegt wurde.

Birgit Klitzke, Museumsleiterin

Büste von Wilhelm Pieck auf gemauerten Ziegelsteinsockel
Bronze, Ruthild Hahne, Ecke Eisenbahn-/Michaelisstraße
Foto: Günter Rinnhofer, 1981
Büste von Wilhelm Pieck
Ausgestellt im Museum Eberswalde
Foto: Kienzle/Oberhammer
 
Büste von Wilhelm Pieck
Ruthild Hahne (Mitte) mit Otto Nagel und Wilhelm Pieck, 1951
Quelle: Bundesarchiv Bild 183-12773-0006, Berlin