Eberswalde ist im 19. Jahrhundert ein beliebter Ausflugsort für Erholungssuchende. Besonders Gäste aus dem nahen Berlin entdecken die landschaftlichen Schönheiten und die Ausflugsziele um Eberswalde. Auch Hermann Gladenbeck, Kgl. Hofbildgießer in Berlin, zieht es hierher. Seit den 1860er Jahren besucht er regelmäßig Eberswalde. 1874 errichtet er neben dem Gesundbrunnen ein schlichtes Fachwerkhaus für seine Sommeraufenthalte.
Nur wenige Schritte von Gladenbecks Sommersitz entfernt, am westlichen Ortseingang von Eberswalde, befindet sich das Hagen-Denkmal. Das 1884 eingeweihte Denkmal erinnert an den Oberlandforstmeister Otto von Hagen. Nach dem Entwurf des Berliner Bildhauers Rudolf Pohle entsteht in der renommierten Bronzegießerei H. Gladenbeck die Bronzebüste und das Bronzerelief.
In der Ausstellung des Museums ist eine Büste von Wilhelm II., Deutscher Kaiser von 1888 bis 1918, zu sehen. Die 21 cm hohe Kleinplastik steht auf einem Natursteinsockel und präsentiert Kaiser Wilhelm II. in Uniform mit angelegtem Ordensschmuck und offenem Mantel. Die qualitätsvolle Plastik stammt ebenfalls aus der Gießerei Gladenbeck, wie der Schriftzug "Aktien = Gesellschaft vorm. H. Gladenbeck & Sohn" auf der Rückseite belegt. Sie wurde in einer Spezialabteilung der Firma für den kunstgewerblichen Handel kostengünstig in Zinkguss ausgeführt. Nach dem Zweiten Weltkrieg gingen viele Kunstwerke von Gladenbeck verloren, weil das Metall eingeschmolzen und neu verwendet wurde.
Birgit Klitzke, Museumsleiterin
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| Fotos: Fachwerkvilla und Hagen-Denkmal, Birgit Klitzke Foto rechts: Bronzeplastik, Kienzle/Oberhammer |




