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Das Oderbruch Museum hat in den letzten Jahren einen bemerkenswerten Wandel durchlaufen, worüber wir als Museumsteam mehr erfahren wollten. Was einst ein klassisches Heimatmuseum war, ist heute ein Ort, der sich selbst immer wieder neu befragt: Was bedeutet Landschaft? Was heißt es, hier zu leben? Wie erzählt man Geschichten einer Region, ohne sie in Vitrinen einzusperren?
Der Transformationsprozess ist kein abgeschlossenes Projekt, sondern eine Haltung. Das spürt man in jedem Raum. Nichts wirkt fertig im Sinne von "erledigt" – alles wirkt lebendig, offen für Weiterentwicklung.

Partizipation als Grundprinzip
Was uns besonders beeindruckt hat: Die Menschen der Region sind keine Zuschauer, sondern Mitgestalter. Das Museum arbeitet mit Handwerkerinnen, Künstlern und Bewohnerinnen zusammen. Wissen wird nicht nur gesammelt, sondern gemeinsam produziert.

Diese partizipativen Konzepte zeigen sich konkret in:
Jahresthemen, die aktuelle Fragen aufgreifen und in Beziehung zum historischen Landleben im Oderbruch setzen.
Werkstätten und Veranstaltungen, die Wissen weitergeben und gleichzeitig neues sammeln.
Ausstellungen, in denen lokale Stimmen nicht nur zitiert, sondern integriert werden.

Man merkt sofort, wenn Menschen für ihre Arbeit brennen. Das Team in Altranft hat uns durch die Räume geführt, Hintergründe erklärt, Fragen beantwortet – und dabei nie den Eindruck erweckt, ein Programm abzuspulen. Da war echte Begeisterung, verbunden mit kritischer Reflexion über die eigene Arbeit. Für den offenen Austausch sind wir sehr dankbar.

Räume mit Charakter
Das Museum nutzt das Schloss Altranft und mehrere Nebengebäude – aber nicht als Kulisse, sondern als Teil der Erzählung. Die Räume werden nicht „bespielt“. Stattdessen arbeitet das kuratorische Konzept mit den Eigenheiten der Architektur. Die Räume sind kulturelle Spielflächen, auf denen Vermittlung und Kunst ineinanderfließen.

Unser Highlight: Das Studiolo
Der Raum wirkt zunächst wie das Wohnzimmer eines leidenschaftlichen Sammlers – warmes Licht, ein großes einladendes Sofa, der Duft von Papier, Holz und ein Hauch von Staub in der Luft. Doch schon nach wenigen Schritten merkt man: Hier wird nicht nur entspannt, hier wird geforscht.

Entlang der Wände stehen deckenhohe Regale, gegliedert nach Themenwelten - ein Denkraum, eine Wunderkammer, ein Arbeitsplatz – diese Sammlung lädt dazu ein, mit dem bereitgestellten Mikroskop oder den Karteikarten aktiv erschlossen zu werden.

Das Studiolo lädt ein, selbst zu forschen, Verbindungen zu ziehen, neugierig zu werden. Hier wird deutlich, was das Museum anders macht: Es präsentiert nicht fertige Antworten, sondern öffnet Denkräume. Eine Inspiration, um die Museumsarbeit aus einer erfrischend anderen Perspektive zu sehen.

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Und natürlich: Die Murmelbahn
Ja, eine Murmelbahn. Und ja, wir haben sie alle ausprobiert. Mehrfach. Dieses spielerische Element ist kein Zugeständnis an Kinder, sondern ein Statement: Erkenntnis darf Spaß machen. Ein Museum darf auch ein Ort sein, an dem man einer Murmel zusieht und dabei etwas über Landschaft, Wasser und Gefälle begreift. Spielerische Vermittlung ist aus unserer Sicht ein wesentliches Element der zukunftsorientierten Museumsarbeit. Einmal mehr wurde dies im Oderbruch Museum eindrucksvoll unterstrichen.
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Was wir mitnehmen
Der Besuch hat uns gezeigt, dass Transformation kein reines Schlagwort sein muss. In Altranft ist sie gelebte Praxis – mutig, manchmal improvisiert, immer reflektiert.

  • Mut zur Unfertigkeit – Nicht alles muss glatt sein, um gut zu sein
  • Menschen einbinden – Expertise sitzt nicht nur in Institutionen
  • Räume ernst nehmen – Der Ort erzählt mit
  • Spielen erlauben – Erkenntnis braucht nicht immer Ernst