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Mit Tatkraft, Bescheidenheit und Heimatverbundenheit leitete der Eberswalder Wilhelm Bando die Oberförsterei Liepe/Chorin und lehrte zur gleichen Zeit neben akademischen Größen seiner Zeit an der Höheren Forstanstalt (später Forstakademie) in Eberswalde.

Über diese beiden Hauptämter hinaus, die er ganze 37 Jahre lange ausübte, war Bando in zahlreichen Nebenämtern tätig und errichtete zudem den zu dieser Zeit angesehenen und erfolgreichen Forstgarten, der sich einst am Kloster Chorin befand.  

In Neustadt-Eberswalde (ab 1877 Eberswalde) wird Johann Joseph Wilhelm Bando am 18. September 1819 als Sohn eines Superintendenten sowie Oberpredigers geboren und wächst im Pfarrhaus nahe der Stadtkirche (Maria – Magdalenen -  Kirche) auf.

Durch die Verlegung der Berliner Forstakademie nach Eberswalde im Jahre 1830, und damit nahe an Bandos Elternhaus, kommt dieser wohl bereits als Kind in Kontakt mit der Arbeit der Forstmänner. Entgegen den Wünschen seines Vaters ebenfalls Pfarrer zu werden, beginnt Bando, nach dem Abschluss der Reifeprüfung in einem Berliner Gymnasiums und einem Studium in Staats- und Rechtswissenschaften (auch in Berlin), 1840 seine forstliche Laufbahn. Dieser bleibt er bis zu seinem Ruhestand treu.

Zunächst erfolgt seine praktische Lehrzeit in Cummersdorf bei Zossen. In dieser Zeit verliert der noch junge Mann seinen Vater, vier Jahre später, kurz vor Studienabschluss, auch seine Mutter. Unter dem wohl bekannten Dreigespann Pfeil, Ratzeburg und Schneider lernte Bando von 1841 bis 1843 an der Höheren Forstanstalt in seiner Heimatstadt Neustadt-Eberswalde.

Nach der Tätigkeit als Oberförster in Katholisch Hammer (heute: Skoroszów, Polen) , kehrt Bando 1851 mit seiner Ehefrau Hulda zurück nach Neustadt-Eberswalde und findet hier als Oberförster in Liepe/Chorin sowie als zweiter forstlicher Lehrer an der Höheren Forstanstalt seine Lebensaufgabe.

1861 erfolgt der Umzug in die Klosterruine Chorin, Bandos neuer Dienst- und Wohnsitz. Hierfür hatte er selbst, im Zuge von Änderungen der Pachtverhältnisse, ein Vorschlagspapier zur Nutzung eingereicht. Sein Interesse gilt unter anderem dem Erhalt der Waldarbeiterschaft und neben Bandos eigener Unterkunft werden weiterhin Unterkünfte für die Forstkandidaten, sowie eine Gastwirtschaft (heute „Alte Klosterschänke“) und ein Forstgarten genehmigt.

Der Forstgarten, den Bando errichtet und betreibt, glänzt durch besondere Angebotsfülle und liefert Pflanzen für so manche Allee und reichlich andere Anlagen und Vorhaben. Mit einer Ausstellung über Pflanzenerziehung findet der Forstgarten 1873 auch Platz auf der Weltausstellung in Wien und Bando wird mit einer Medaille ausgezeichnet.

Als Oberförster gelingt es Bando den damals ausgeplünderten Wald durch zielgerichtete, vielfältige Gestaltung wieder aufzuwerten und als Lehrer der Forstakademie unterrichtet er mit den Bereichen Forstnutzung, -schutz, Forstverwaltungs- und Jagdkunde sehr umfangreich. War er anfangs wohl noch recht befangen, entwickelt er sich mehr und mehr zum guten Redner. 1876 steht er bei der Einweihung des neuen Lehrgebäudes der Forstakademie mit am Rednerpult.

Mit dem krankheitsbedingten Ruhestand 1888 folgt der Umzug nach Eberswalde, in die heutige Goethestraße. Hier, in seiner Heimatstadt, stirbt Bando mit 79 Jahren und wird auf dem heutigen Waldfriedhof bestattet.

Letztlich erreicht Wilhelm Bando nicht die Berühmtheit seiner Direktoren Pfeil und Danckelmann, bleibt ohne akademischen Titel und hinterlässt vergleichsweise wenig Schriften, doch unter eher bescheidenen Verhältnissen vollbringt er eindrucksvolle Arbeit und noch heute erinnert ein Gedenkstein im Revier Chorin an die Zielstrebigkeit und Tatkraft des Eberswalder Forstmeisters, geboren und gestorben in Eberswalde.

Quelle: Milnik, Albrecht (2014): Forstmeister Wilhelm Bando in Eberswalde und Chorin, Forstliche Biographien, 2. Auflage, Eberswalde.

Alissa Schäfer
Bundesfreiwillige, Museum Eberswalde

wilhelm bando
Wilhelm Bando mit 63-Jahren (nach Milnik, A., 2014)
Bildquelle: Bestand Historischer Fundus HNEE